Geborgenheit. Perspektiven. Gesundheit.

Rock & Pearl engagiert sich besonders für Waisen- und Strassenkinder aber auch für Witwen und alleinerziehende Mütter und möchte ihnen neue Zukunftschancen eröffnen.

Für sie hat sich etwas geändert!

Jeder Mensch hat eine einzigartige Geschichte, so auch unsere Kinder. Es gäbe unzählige Geschichten zu erzählen. Drei möchten wir hier teilen:

Roland: Doppelter Schicksalsschlag
Seine Mutter ist bei der Geburt verstorben. Nach dem Tod seiner Mutter wurde die traurige Nachricht seinem Vater überbracht. Als dieser vom Tod seiner Frau erfuhr, erlitt er einen Herzinfarkt und ist ebenfalls verstorben. So blieb Roland alleine im Krankenhaus zurück. Aufgrund von Unterernährung litt er zudem an einer Fehlbildung der Füsse. Die Grossfamilie CEED nahm ihn auf und sorgte auch für die medizinische Behandlung.

Pascale: Am Strassenrand "entsorgt"
Ihre Mutter litt an einer psychischen Erkrankung und bettelte unterwegs um Geld. Wenn sie sah, dass sich ihnen Menschen näherten, schlug sie Pascale, damit die Passanten auf die Hilferufe des weinenden Kindes hörten und ihnen Geld gaben. Eines Tages, leidend unter ihren Wahnvorstellungen, liess sie Pascale krank und mit Wunden übersät alleine zurück. Eine gutmütige Frau fand das Kind und brachte es ins Krankenhaus. Die Grossfamilie CEED hat Pascale daraufhin liebevoll aufgenommen.

Reto: Vom Elend in ein neues Zuhause mit Hoffnung
Reto's Mutter war ein 14 bis 16-jähriges Mädchen (Alter nicht genau bekannt) mit einer geistigen Behinderung. Sein Vater ist unbekannt und wäre in dieser Situation auch kaum nachweisbar gewesen. Ein Mädchen, das kein Zuhause hat, ist meistens ein sexuelles Opfer. Kurz nach der Geburt verschwand das Mädchen. Auf der Suche nach Verwandten konnte der Grossvater ausfindig gemacht werden. Doch er war mittellos und aus gesundheitlichen Gründen auch nicht in der Lage, das Neugeborene aufzunehmen. Er bettelte buchstäblich, Rock & Pearl möchte doch das Kind aufnehmen. Wir gaben ihm den Namen Reto und seither lebt er im Cité Rock zusammen mit anderen Kindern mit ähnlichen Geschichten.

Cité Rock - ein neues Zuhause

Cité Rock besteht aus mehreren Häusern, die seit 2007 gekauft, umgebaut oder neu gebaut wurden. Dort finden heute rund 60 Waisenkinder, einige Witwen und alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern ein Zuhause. Einige Häuser dienen auch als Ausbildungszentren, etwa mit einem Nähatelier oder einem Informatikraum. Es sind Kinder, die Vollwaisen sind, oder nur noch mit der Mutter leben, weil der Vater entweder die Familie verlassen hat oder gestorben ist. Eine alleinerziehende Mutter hat kaum eine Möglichkeit, ihre Kinder zu ernähren, geschweige denn die Schule zu bezahlen. Ferner wird einer Frau, deren Mann gestorben ist, oftmals alles Hab und Gut von der Familie des Ehemannes weggenommen. Meistens mit der Begründung, dass sie am Tod schuldig sei. Deshalb bietet Rock & Pearl auch Müttern Schutz und die Möglichkeit einer Ausbildung, z.B. als Schneiderin. Denjenigen, die das Engagement und Interesse zur Selbständigkeit haben, wird nach der Ausbildung eine Nähmaschine als "Start-up" geschenkt. Mit einer Nähmaschine und etwas Kreativität kann ein bescheidener Lebensunterhalt erwirtschaftet oder sogar ein Nähatelier errichtet werden. Die Aufnahme der Kinder ist streng geregelt: Bevor ein Kind aufgenommen werden darf, wird geprüft, ob Verwandte für es sorgen können. Erst nach notarieller Beurkundung durch das Sozialamt wird eine Aufnahme legalisiert.

Mahlzeiten und Bildung für Strassenkinder

Bricht ein Unglück über eine Familie herein, wird die Schuld oft bei den Kindern gesucht und sie werden als „Hexenkinder“ aus dem Haus gejagt. Andere wiederum leben auf der Strasse, weil sie von Eltern oder Verwandten zum Betteln gezwungen werden oder weil sie zuhause Gewalt erleiden. Sie sind sehr misstrauisch, weil sie von den Leuten als Diebe, "Hexenkinder" und „kleine Banditen“ angesehen und weggejagt werden. Dadurch treibt sie der Hunger in die Kriminalität. Rock & Pearl möchte eine Beziehung zu diesen Kindern aufbauen und bereitet 3 Mal pro Woche eine Mahlzeit für sie zu. Kamen anfänglich etwa 12 Kinder, sind es nun etwa 50 Kinder. Es ist Ziel, die Strassenkinder in Cité Rock aufzunehmen und sie zu ermutigen, wieder in die Schule zu gehen. Das muss aber mit Weisheit geschehen, denn Kinder, die auf der Strasse leben, sind nicht an Strukturen und Integration gewohnt und ihre einzige Familie ist die Strasse, die sie nicht so einfach verlassen und manchmal auch zu ihr zurückkehren wollen. Rock & Pearl hat ein separates Haus gemietet, wo die Strassenkinder aufgenommen werden, um sie schrittweise an ein strukturiertes Umfeld im Miteinander zu gewöhnen.

Ärztliche Versorgung

Besonders Strassenkinder und auch viele der aufgenommenen Waisenkinder sind oft krankheitsanfällig, da sie unter hygienisch unzureichenden Bedingungen aufgewachsen sind. Oder sie leiden an Missbildungen aufgrund von Unterernährung. Rock & Pearl konnte schon einige lebensnotwendige Operationen finanzieren und auch Operationen ermöglichen, die eine bessere Lebensqualität bedeuten. Zum Beispiel eine Operation, die einem Kind mit Fehlbildungen ermöglicht, wieder besser zu laufen. Rock & Pearl hatte schon die ganze Kinderschar der Grossfamilie CEED am Telefon, die sich freudig bedankt hat, wenn durch ärztliche Versorgung geholfen werden konnte. 

Auch hier kann das Argument des Tropen auf einen heissen Stein hervorgebracht werden. 

Für den Einzelnen macht es einen Unterschied zwischen Leben und Tod.